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Mobilität

Zippert zappt: Die Deutsche Bahn macht Fahrten zur Hölle billiger

Die Deutsche Bahn hat es wieder einmal geschafft: Fahrten, die vor kurzem noch ein kleines Vermögen kosteten, sind jetzt plötzlich erschwinglich. Doch die Frage bleibt, ob die günstigeren Preise auch eine Verbesserung der Reiseerfahrung mit sich bringen.

Tom Schneider16. Juni 20263 Min. Lesezeit

Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn ein Preismodell eingeführt, das Reisende in Deutschland in einen Zustand leicht angestrengter Vorfreude versetzt hat.

Die neue Tarifierung könnte als Versuch verstanden werden, den internen Mangel an Pünktlichkeit und Service durch die ermäßigten Preise zu kompensieren. Wer viel fährt, wird den Unterschied in der Geldbörse spüren, auch wenn die Reiseerfahrung nicht immer verbessert wird.

Die Idee, mehr Menschen in die Züge zu zwingen – pardon, zu eingeladen – ist nicht neu. Dennoch fühlt es sich an, als habe die Bahn die richtige Taktik gefunden, um ihr Ziel zu erreichen. Fliegende Preisschwankungen sind nicht gerade das, was man von einem Transportdienstleister erwartet. Man könnte fast sagen, die Preise zappeln wie ein auf einem Tischchen vergessener Zappelin – mal hoch, mal tief, aber letztlich macht es immer den Eindruck, als könnte man das Zappelspiel eingehend studieren.

Gleiswechsel im Geiste der Ersparnis

Die Wahl der Tickets ist mittlerweile eine Kunst für sich. „Schnäppchenpreise“ zieren die Werbungen, doch jeder, der es gewagt hat, einen Zug zu buchen, weiß, dass es bei der Deutschen Bahn sich meist eher um das Warten auf den nächsten „Zippert-Zappt“-Moment handelt. Denn erstens kann man nie sicher sein, ob man das günstigste Ticket erhält, solange man nicht mindestens einen Monat im Voraus bucht, und zweitens bleiben die Serviceleistungen oft auf der Strecke – im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Phänomen, dass Fahrgäste durch unübersichtliche Buchungsplattformen gequält werden, ist dabei nicht nur eine triste Randnotiz. Wer die App öffnet, wird regelmäßig von schockierenden Preisunterschieden überrascht. Man hat den Eindruck, als würde ein unsichtbarer Zettelautomat die Preise beständig variieren, je nach Menge der Passagiere im Zug. Ein cleverer Trick, um den Umsatz zu steigern, aber auch ein weiterer Grund, das Ticketbuchungssystem der Bahn auf den Prüfstand zu stellen.

Man fragt sich, ob es sich dabei um eine bewusste Taktik handelt, um die Reisenden zu zwingen, abends auf dem Sofa nach dem besten Preis zu suchen. Die Alternative wäre schließlich der spontane Kauf, wobei der Preis sich dann oft auf ein Niveau steigert, das die Reisenden weinen oder gleich den Weg zurück zum Auto antreten lässt. Die verlockenden „Schnäppchenpreise“ führen nicht nur zu Sparfüchsen, sondern auch zu einer Art neuem Spiel, bei dem man seinen eigenen Preis finden muss, der sich vermutlich immer noch mit dem Normalpreis der meisten anderen Nachtbusse in Deutschland vergleichen lässt.

Die Gunst der Stunde genutzt, wird auch das neue Buchungssystem mehr und mehr zur Achillesferse der Deutschen Bahn. Wenn der Preis für das Familienticket für eine Reise von Berlin nach München fünf Minuten nach dem Kauf um 20 Euro sinkt, kann man nur noch müde lächeln. Dabei bleibt die Frage, ob der Service während der Fahrt die teuren Preise rechtfertigt – oder ob die Reisenden am Ende mehr für weniger bekommen.

Man sollte anmerken, dass die Reise selbst bei ermäßigten Preisen oft immer noch ein Abenteuer für sich bleibt. Der Zug, der mit einer Verspätung von 30 Minuten losfährt, der schüchterne Schaffner, der im Zickzack durch die Gänge läuft, und die Passagiere, die ihre Snacks mit einem stillen, fast ehrbaren Blick im Zug genießen – all das erweckt den Anschein, als würde die Deutsche Bahn in einer Welt zwischen Nostalgie und modernen Erwartungen operieren. Man kann sich gut vorstellen, dass die Gleise im Geiste der Ersparnis auch gelegentlich zur Hölle für aufmerksame Reisende werden.

Was die Deutsche Bahn letztendlich mit ihrer Preispolitik bezweckt, bleibt ein Rätsel. Ist es ein cleveres Marketing, um die Reisenden an die Züge zu fesseln, oder schlicht der verzweifelte Versuch, den verstaubten Ruf des Unternehmens neu zu beleben? Vielleicht ist es auch nur ein stilvoller Aufenthaltsort für all jene, die an den Glanzzeiten des Schienenverkehrs festhalten und die Hoffnung hegen, dass die Reise mehr als nur ein schnöder Transport von A nach B ist.

Die Geduld der Fahrgäste auf die Probe gestellt hat die Deutsche Bahn allemal – wann werden Sie den nächsten Zug nehmen?

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